Trello

Trello, ein Tool zur Projektkoordination
Der Workflow von Trello: Bestücken eines Boards mit Karten, entweder durch Direkteingabe oder Einfügen aus einer Text- oder CSV-Datei. Diese Karten können im Interface genauer ausdefiniert und mithilfe der Listen organisiert werden. Das gesamte Trelloboard lässt sich als JSON-Datei exportieren.

Systemanforderungen: webbasiert in allen Browsern mit Mac, Windows und Linux, als App für iOS und Android nutzbar
Stand der Entwicklung: 2011 veröffentlicht, seitdem stetige Weiterentwicklung und Arbeit an neuen Features
Herausgeber: Atlassian (seit 2017, ursprünglich Fog Creek Software)
Lizenz: kostenfreie Grundvariante, kostenpflichtige Versionen mit Zusatzfeatures
Weblink: https://trello.com/
Im- und Export: Kartentitel können aus Textdateien oder CSV importiert werden, Dateien verschiedener Formate lassen sich mit Karten verknüpfen; ein Gesamtboard kann als JSON-Datei exportiert werden

1. Für welche Fragestellungen kann Trello eingesetzt werden?

Trello ist ein Tool zur → Projektkonzeption, mit dem – auch kollaborativ nutzbare – digitale Boards (Pinnwände) erstellt werden. Darauf fügen Sie Karten hinzu, auf denen Sie projektspezifische Aufgaben oder Einzelgedanken notieren. Diese können Sie zwischen selbst definierten Kategorien, sogenannten Listen, verschieben. Üblich ist, diese so zu benennen, dass sie den Fortschritt von Aufgaben anzeigen („In Arbeit”, „Erledigt” etc.), Sie können die Listen aber beispielsweise auch als thematische Sortierung konzipieren. Trello eignet sich somit unter anderem zur Zeitplanung oder Gedanken- und Literaturorganisation, sodass Sie es in der Vorbereitung und Durchführung verschiedenster Projekte einsetzen können.

2. Welche Funktionalitäten bietet Trello und wie zuverlässig ist das Tool?

Funktionen:

  • Konzeption digitaler Organisationsboards (mögliche Zugriffseinstellungen: privat, Zugriff für ein Team, öffentlich) und wiederverwendbarer Vorlagen hierfür, Einteilung in Listen
  • Erstellung von Karten, deren genauere Ausgestaltung mit Beschreibungstexten, Checklisten, Farblabels und Fälligkeitsdaten sowie Organisation der Karten mittels Listenkategorien
  • Koordination von kollaborativen Arbeitsprozessen
  • Anhängen von Dateien an Karten (vom eigenen Computer oder aus Clouddiensten wie Dropbox und Google Drive)
  • Pro Board je eines der zahlreichen „Power-Ups“ (u. a. Kalender- und Timeline-Funktion, Verbindung mit Google Drive/Dropbox/Slack, weitere Kartenfeatures)

Zuverlässigkeit: Trello funktioniert zuverlässig und schnell. Kostenpflichtige Programme wie Asana und Wrike beinhalten teilweise mehr Funktionen, sind jedoch mit diesen eindeutiger auf kollaborative Situationen mit vielen Personen ausgerichtet, während Trello auch für Einpersonenprojekte oder Kleingruppen sinnvoll nutzbar ist und entsprechend für viele Anwendungsszenarien adaptiert werden kann.

3. Ist Trello für DH-Einsteiger*innen geeignet?

Checkliste √ / teilweise / –
Methodische Nähe zur traditionellen Literaturwissenschaft teilweise
Grafische Benutzeroberfläche
Intuitive Bedienbarkeit
Leichter Einstieg
Handbuch vorhanden
Handbuch aktuell
Tutorials vorhanden
Erklärung von Fachbegriffen
Gibt es eine gute Nutzerbetreuung?

Die GUI von Trello ist intuitiv bedienbar und überschaubar, kann jedoch schnell unübersichtlich werden, wenn Sie zu viele Listen oder Karten erstellen. Hilfreich hierfür kann es sein, „Q” zu drücken, um sich nur die Aufgaben anzeigen lassen, denen Sie zugeordnet sind. Dem Arbeitsablauf mit Trello liegt das Kanban-Verfahren zugrunde, das in der Wirtschaft vornehmlich für kollaborative Arbeitsprozesse entwickelt wurde, sich jedoch auf verschiedene Anwendungsszenarien übertragen lässt. Trello kann zudem mit den Techniken des Exzerpierens und des Zettelkastens zusammengedacht werden, die in den Literaturwissenschaften gängiger sind.

4. Wie etabliert ist Trello in den (Literatur-)Wissenschaften?

Trello ist vor allem aus Zusammenhängen der Wirtschaft und Informatik bekannt und in beiden Bereichen etabliert. Es wird auch in der Wissenschaft verwendet, vor allem in Teamprojekten (für verschiedene Beispiele und Hilfestellungen, wie Trello wissenschaftlich angewandt werden kann vgl. Anstey und Hundey 2019) und teilweise auch in der Lehre (vgl. Marmann 2018; Parsons et al. 2018), bislang jedoch noch kaum in literaturwissenschaftlichen Zusammenhängen. Zurzeit fasst Trello im Bibliothekswesen zunehmend Fuß und bekommt somit in anderen literaturbezogenen Feldern, in denen Personal und Aufgaben organisiert werden müssen, positive Rückmeldung (vgl. u. a. Ostergaard 2016).

5. Unterstützt Trello kollaboratives Arbeiten?

Ja, Trello hat verschiedene Funktionen, mit denen ein Gruppenprojekt koordiniert werden kann: Auf einem gemeinsam verwendeten Board können Sie Aufgaben Personen zuweisen und Daten teilen sowie über Kommentare auf den Karten kommunizieren. Da alle Teammitglieder den eigenen Fortschritt auf den jeweiligen Karten festhalten, gibt das Trelloboard zudem einen Überblick über das Gesamtprojekt und seinen Entwicklungsstand.

6. Sind meine Daten bei Trello sicher?

Nein, da die Daten auf Servern von Amazon Web und Google Cloud gespeichert werden. Dies kann problematisch sein, da in den USA andere Datenschutzbestimmungen herrschen als in Europa. Trello sammelt persönliche Daten wie Ihre E-Mail-Adresse, Cookies und Trackinginformationen, Daten zur Nutzung des Programms, zu externen verknüpften Daten sowie aus den Cloudservices, aus denen die Dateien stammen. Hinzu kommt die Speicherung von Gerätinformationen sowie Ihrer IP-Adresse. Dies wird ausführlich in der Datenschutzerklärung beschrieben. Von europäischen Nutzer*innen werden zwar nicht alle dieser Daten gesammelt, es wird aber nicht angegeben, welche Informationen genau von der Speicherung ausgenommen sind.

Wenn Sie urheberrechtlich geschützte Texte mit dem Board verknüpfen wollen, um sie etwa mit einem Team zu teilen, können Sie das Projekt nur für sich oder zusätzlich für Kolleg*innen zugänglich machen und die Daten nach Ablauf des Projekts wieder löschen. In diesen Fällen bewegen Sie sich im rechtlichen Rahmen.

7. Nachweise und weiterführende Literatur