Lyra

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7. Juni 2021

Lyra Workflow
Der Lyra-Workflow: Im Webinterface werden Daten durch Eingabe einer URL importiert, das individuell erstellte Diagramm zentral angezeigt und anschließend als PNG oder SVG bzw. im JSON-Format exportiert.

Systemanforderungen: Lyra ist primär ein webbasiertes Tool. Um es auf dem Desktop verwenden zu können, müssen die Umgebungen Node und Yarn vorhanden sein, um Lyra installieren zu können.
Stand der Entwicklung: Lyra wurde 2014 entwickelt, seither existiert die Beta-Version. Aktuell wird an Lyra 2 gearbeitet. 
Herausgeber: Arvind Satyanarayan (Stanford University) und Jeffrey Heer (University of Washington)
Lizenz: Kostenfreie Open Source-Nutzung.
Weblink: http://idl.cs.washington.edu/projects/lyra/
Im- und Export: Daten werden aus URLs in das Interface importiert oder können als aufbereitete Datenwerte per Copy/Paste eingetragen werden. Nach Erzeugung kann die Visualisierung im Format PNG oder SVG auf dem eigenen PC gespeichert werden. Zudem lassen sich Dateien im JSON-Format exportieren, um diese in anderen Tools wiederzuverwenden.

1. Für welche Fragestellungen kann Lyra eingesetzt werden?

Lyra ist ein Visualisierungstool zur Darstellung von Textdaten. Lyra kann besonders gut eingesetzt werden, wenn die Datenbasis bereits sehr gut bekannt ist und Nutzende schon wissen, welche Aspekte graphisch dargestellt werden sollen. Mögliche Fragestellungen, bei denen Lyra eingesetzt werde kann sind: "Wie entwickelt sich die quantitative Verwendung des Weltbegriffs in Novellen des 'langen 19. Jahrhunderts'?" oder "Welchen Anteil hat das Augenmotiv im Erzähltext Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann?" 

2. Welche Funktionalitäten bietet Lyra und wie zuverlässig ist das Tool?

Funktion: 

  • Darstellung der Daten als beispielsweise Balken-, Blasen- und Verlaufsdiagramm
  • Individuelle Gestaltung des Diagramm (Darstellungsform, Farben, Schriftarten etc.)

Zuverlässigkeit: Lyra befindet sich derzeit im Status der Beta-Version, d.h. es können noch Fehler auftreten, auch wenn das eher selten der Fall ist. Diese sollten dem Entwicklungsteam gemeldet werden, welches zur Zeit an einer neuen Version arbeitet, damit die Zuverlässigkeit in naher Zukunft erhöht werden kann.

3. Ist Lyra für DH-Einsteiger*innen geeignet?

Checkliste √ / teilweise / –
Methodische Nähe zur traditionellen Literaturwissenschaft
Grafische Benutzeroberfläche
Intuitive Bedienbarkeit
Leichter Einstieg teilweise
Handbuch vorhanden
Handbuch aktuell
Tutorials vorhanden
Erklärung von Fachbegriffen
Gibt es eine gute Nutzerbetreuung?

Lyra ist für Forschende der Literaturwissenschaften ohne Kenntnisse grundlegender Visualisierungstechniken eher schwer zugänglich. Die Bedienung über das graphische User Interface funktioniert hauptsächlich mit Drag- and Drop-Technik. Welche Variable an welchen Ort gezogen werden sollte, damit die Visualisierung erscheint und die Darstellung auch einen Sinn ergibt, ist nicht intuitiv erkennbar. Ein kurzes Einführungsvideo, ein Wiki und ein Forum erleichtern den Einstieg aber erheblich. Dennoch scheint sich Lyra primär an Nutzende mit Vorerfahrung im Bereich der Visualisierung zu richten und Fachbegriffe werden nicht erklärt. 

4. Wie etabliert ist Lyra in den (Literatur-)Wissenschaften?

Lyra wurde bereits in einer Reihe von Studien aus dem Bereich der Digital Humanities eingesetzt (eine Liste findet sich auf http://idl.cs.washington.edu/papers/) und ist in dem gängigen Tool-Verzeichnis TAPoR eingetragen. In nicht-digitalen literaturwissenschaftlichen Analysen ist Lyra noch nicht etabliert. 

5. Unterstützt Lyra kollaboratives Arbeiten?

Nein.

6. Sind meine Daten bei Lyra sicher?

Sie können bei Lyra Daten entweder über eine URL verknüpfen, wenn diese bereits veröffentlicht sind, oder per Copy/Paste-Funktion eingeben. Die Daten werden nicht in Lyra gespeichert und sind bei erneutem Laden der Webapplikation nicht mehr aufrufbar. Da Lyra keine Texte verarbeitet, sondern nur in Tabellenform (CSV oder TSV) oder als JSON akzeptiert, können auch nur bereits prozessierte Daten genutzt werden. Die Nutzung von Lyra ist also aus datenschutzrechtlicher Sicht unproblematisch. 

7. Nachweise und weiterführende Literatur