Zotero

Zotero: Tool zum digitalen Bibliographieren
Der Zotero-Workflow: Nach dem Öffnen der grafischen Benutzeroberfläche lassen sich individuelle Sammlungen erstellen (s. Interface). Metadaten lassen sich entweder direkt in die Sammlung importieren (über den "Zotero-Connector" oder die Exportfunktion der OPACs) oder händisch eintragen (s. Input). Schließlich können Sie Ihre Literaturlisten in unterschiedlichen automatisch angewandten Zitierformaten exportieren lassen (s. Output)

Systemanforderungen: Desktop-Version mit Windows-, Apple- und Linuxbetriebssystemen, Browsererweiterung mit Firefox, Safari und Chrome nutzbar
Stand der Entwicklung: Funktionalitäten der aktuelle Version (Zotero 5.0.66) werden stetig erweitert (Stand: 04.06.2019)
Herausgeber: Zotero wird gegenwärtig von einer globalen Open Source Community weiterentwickelt und ist ursprünglich ein US-amerikanisches Kooperationsprojekt der Cooperation for Digital Scholarship und dem Roy Rosenzweig Center for History and New Media (George Mason University), gegründet von der Andrew W. Mellon Foundation, dem Institute of Museum and Library Services und der Alfred P. Sloan Foundation
Lizenz: kostenloses Open-Source-Tool, lizenzierte Erweiterungspakete mit erweiterten Funktionalitäten erhältlich
Weblink: https://www.zotero.org/
Im- und Export: Import (aus bibliographischen Datenbanken und anderen Literaturverwaltungsprogrammen) von 20 unterschiedlichen Dateiformaten, u. a. RIS, MODS, RDF, Bib TeX, Refer/BibIX, Import bibliographischer Daten auch durch Eingabe der ISBN, DOI, PubMed-ID, arXiv-ID; Export aus Datenbanken, die Austauschformate bieten (RIS, Bib TeX) oder Direktübernahme über Browser-Plugin „Zotero-Connect”, Export von Zotero-Sammlungen (als automatisch generierte Bibliographie als RTF, HTML oder als Sammlung in 17 verschiedenen Dateiformaten, u. a. BibLa Tex, RDF, JSON, TEI)

1. Für welche Fragestellungen kann Zotero eingesetzt werden?

Mit der Open-Source-Software Zotero können Sie Forschungsliteratur sammeln, organisieren, teilen und bearbeiten. Zotero ermöglicht außerdem das persistente Zitieren sämtlicher Quellen in unterschiedlichen Zitierstilen und erleichtert durch eine große Bandbreite unterschiedlicher Funktionen und eine benutzerfreundliche Oberfläche das → Digitale Bibliografieren.

2. Welche Funktionalitäten bietet Zotero und wie zuverlässig ist das Tool?

Funktionen (Auswahl): Das Literaturverwaltungssystem beinhaltet eine Vielzahl an Funktionalitäten, die laufend aktualisiert werden und durch die Installation unterschiedlicher Plug-ins erweitert werden können.

  • Import von Dateien über einen Importfilter (mehr als 20 Dateiformate)
  • kostenloser Speicherplatz von 300 MB, weiterer Speicherplatz kann kostenpflichtig erworben werden
  • ort- und zeitunabhängiger Zugriff von verschiedenen Rechnern aus, sofern Sie einen Zotero-Account angelegt haben (Zotero kann auch ohne diesen Account verwendet werden, dann entfällt diese Möglichkeit)
  • Sprachauswahl: Für das Interface stehen 57 Sprachen zur Verfügung
  • Organisation von Forschungsliteratur: automatische Erstellung von Indizes aus eingegebenen Daten, Verknüpfen von Datensätzen untereinander (über Funktion „zugehörige”), Einbinden von Dokumenten in die Datenbank und ortsunabhängiger Zugriff, Abruf von Metadaten aus PDF-Dokumenten
  • Zitation von Forschungsliteratur: Auswahl aus einer Vielzahl von Zitierstilen (11 bei Erstinstallation, über 9000 weitere Stile und von Nutzer*innen modifizierte Stile über https://www.zotero.org/styles), Quellenangaben per Drag&Drop in Word- oder Google Docs-Dokumente einfügen, Erstellen, Herunterladen und Teilen statischer und dynamischer Bibliographien, direkte Verknüpfung mit den gängigen Textverarbeitungsprogrammen
  • Kollaboratives Arbeiten: Freigabe von Datensätzen für andere Nutzer*innen, Social-Software-Funktionen wie Personensuche/Gruppensuche (Teilen von Bibliografien, gemeinsames Erstellen von Bibliografien), Nutzung über mobile Endgeräte (https://www.zotero.org/support/de/mobile)

Zuverlässigkeit: Zotero bietet verlässliche Funktionalitäten, die das Sammeln, Organisieren, Bearbeiten, Teilen und Zitieren relevanter Fachliteratur umfassen. Als benutzerfreundlich erweist sich nicht nur die übersichtlich gestaltete dreigliedrige Oberfläche, die den Hover-Effekt für die Erläuterung sämtlicher Symbole sinnvoll einsetzt. Darüber hinaus fungiert die automatisch durchgeführte Synchronisierung der Webapplikation mit der Desktopvariante v. a. für Nutzer*innen als hilfreiche Erweiterung, die an unterschiedlichen Rechnern arbeiten und durch die ständig aktualisierte Sammelschnittstelle ort- und zeitunabhängig auf Bibliografien und die hier hinterlegten Dokumente zugreifen können.

Anders als bei anderen Zitierprogrammen wie z.B. Citavi ist die Recherche in Datenbanken aus der Software heraus nicht möglich (nur ISBN-/DOI-Suche) und ein Dublettencheck ist lediglich manuell durchführbar.

3. Ist Zotero für DH-Einsteiger*innen geeignet?

Checkliste √ / teilweise / –
Methodische Nähe zur traditionellen Literaturwissenschaft
Grafische Benutzeroberfläche
Intuitive Bedienbarkeit teilweise
Leichter Einstieg
Handbuch vorhanden
Handbuch aktuell
Tutorials vorhanden
Erklärung von Fachbegriffen
Gibt es eine gute Nutzerbetreuung?

Die grundlegenden Funktionalitäten des Tools – wie das Anlegen von Bibliotheken, das Einfügen von Texten oder der Import von Metadaten – sind intuitiv bedienbar. Allerdings sind nicht alle der zahlreichen Funktionen sofort ersichtlich. Zahlreiche Tutorials und Videos erleichtern den Einstieg in die Arbeit mit Zotero. Im Zotero-Forum (https://forums.zotero.org/) werden häufig gestellte Fragen diskutiert und hilfreiche Hinweise für eine eloquente Verwendung des Programms im Peer-to-Peer-Modus angeboten. Darüber hinaus können Sie den User-Support nutzen, um offene Fragen oder Anmerkungen einzubringen. Durch die stetig aktualisierte Homepage oder den Blog (https://www.zotero.org/blog/) werden Sie über die neuesten Entwicklungen und Plug-ins informiert. Bei ZotFile (erweiterte Optionen für die Organisation von PDF-Dokumenten), dem Zotero Storage Scanner (verbesserte Auffindbarmachung von möglichen Verlinkungen und Duplikaten) oder dem Zotero DOI Manager (erweitertes DOI-Management) handelt es sich bspw. um optionale Erweiterungen der Zotero-Basisvariante.

4. Wie etabliert ist Zotero in den (Literatur-)Wissenschaften?

Zotero hat sich in den Literaturwissenschaften neben kommerziellen Literaturverwaltungsprogrammen wie Citavi oder EndNote als ebenso performante wie benutzerfreundliche Alternative bewährt und etabliert.

5. Unterstützt Zotero kollaboratives Arbeiten?

Ja, mit Zotero ist die Kooperation in Arbeitsgruppen – deren Teilnehmer*innenzahl und Privatsphäre-Einstellungen je nach verwendeter Zotero-Variante variiert – möglich. Auf diese Weise können Sie gemeinsam Bibliografien erstellen und bearbeiten. Im Online-Interface können Sie bereits erarbeitete Bibliotheken, Gruppen oder Paper auch für externe Nutzer*innen als read-only-Variante freischalten.

6. Sind meine Daten bei Zotero sicher?

Ja, Zotero ist eine unabhängige nonprofit Organisation, deren Datenschutzrichtlinie die Weiterverwendung Ihrer persönlichen Daten ausschließt. Die Entscheidung, Datensätze zu teilen oder diese ausschließlich privat zu verwenden, liegt bei Ihnen. Sofern Sie sich keinen Online-Account anlegen und auf die damit einhergehenden erweiterten Funktionalitäten verzichten, werden Daten standardmäßig ausschließlich auf Ihrem eigenen Rechner gespeichert.

Datensicherheit ist vor allem bei der Verwendung der kostenlosen Desktop-Variante gewährleistet. Da die Speicherkapazität in der Grundversion begrenzt ist, kann zusätzlicher Speicherplatz käuflich erworben werden. Spätestens an dieser Stelle nutzen Sie eines der erweiterten Angebote von Zotero, womit andere Datenschutzrichtlinien geltend werden. Diese werden auch dann bereits wirksam, wenn Sie neben der kostenlosen Desktop-Variante die Synchronisierungs-Funktion Ihrer Daten nutzen. Um diese Funktion nutzen zu können, müssen Sie einen Zotero-Account mit einem individuellen Nutzer*innenprofil erstellen. Gesammelt werden dann u. a.:

  • personenbezogene Daten, die Sie bei der Erstellung eines Zotero-Accounts eingeben (Name und E-Mail-Adresse)
  • Datensätze der Bibliografien, sofern Sie eine Synchronisierung mit dem Online-Account (Zotero-Server) umsetzen
  • Daten angehängter Dateien (ebenfalls durch die Synchronisierung mit dem Zotero-Server)
  • die für den Zugang zu der synchronisierten Bibliothek verzeichnete IP-Adresse
  • Informationen über Zugriffe auf die Zotero-Website (IP-Adresse, Browser)
  • von Nutzer*inne gesendete Fehlermeldungen

Um Nutzer*innenanalysen durchführen zu können und im Zuge einer Weiterentwicklung des Tools werden anonymisierte Daten aggregiert, die bei der Veröffentlichung von Gruppenbibliotheken oder eigenen Publikationen entstehen (beide Funktionen sind ebenfalls nur via Online-Interface nutzbar). Die statistische Auswertung inkludiert ausschließlich frei zugängliche Metadaten (z. B. Titel der Publikation und Autor*in).

Bei der Synchronisierung Ihrer Datensätze mit dem Zotero-Server werden Ihre Daten verschlüsselt und über die Amazon Cloud gesichert (us-east-1 AWS Region Virginia).

7. Nachweise und weiterführende Literatur