Germanistik im Netz

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27. Mai 2019

f1. Kurzbeschreibung

Das neue Logo des Fachportals
Abb 1: Das neue GiN-Logo

Das Fachportal Germanistik im Netz (GiN) des Fachinformationsdienstes (FID) Germanistik bündelt die wichtigsten Informationsressourcen für das Fach Germanistik auf einer gemeinsamen Oberfläche und fungiert u. a. als medienübergreifendes Rechercheportal und Nachweissystem für Datenbanken mit literatur- und sprachwissenschaftlichen Sammelschwerpunkten. Die integrierte Metadatensuche ermöglicht es Ihnen, mit einem Suchvorgang gleichzeitig zahlreiche Bibliothekskataloge, zentrale Fachbibliographien, Verzeichnisse und einschlägige Fachdatenbanken nach digitalen wie konventionellen Dokumenten zu durchsuchen. GiN befindet sich derzeit in einer Umstrukturierungsphase. Nicht nur das Logo des zentralen Onlineportals wird sich verändern. Der für das dritte Quartal des Jahres 2019 geplante Relaunch bringt eine Bandbreite veränderter und neuer Funktionalitäten sowie eine gänzlich veränderte Struktur der Homepage mit sich.

Germanistik im Netz: Ressource für die Datenbankrecherche
Abb. 2: Die Startseite von Germanistik im Netz

Steckbrief

  • https://www.germanistik-im-netz.de/
  • im Jahr 2006 im Rahmen des DFG-Programms zur überregionalen Literaturversorgung in Betrieb genommen, soll GiN auch künftig ein integraler Teil des Fachinformationsdienstes (FID) Germanistik bleiben
  • Zusammenarbeit diverser Forschungsbibliotheken und -einrichtungen
  • Ziele: fachbezogene Informationsangebote aufbauen, medienübergreifende bzw. parallele Recherche in unterschiedlichen Bibliothekskatalogen und weiteren Informationsressourcen ermöglichen
  • integrierte Metasuche in verschiedenen Datenbeständen, im Idealfall Ermittlung, Bestellung bzw. Zugang zu gewünschten Informationen und Dokumenten, ohne das Portal zu verlassen
  • Verzeichnis von 224 germanistischen Datenbanken: thematisch bzw. alphabetisch geordnet; nach individuellen Schlüsselbegriffen durchsuchbar
  • Informationen über Neuerscheinungen der DNB, Speicher und Publikation von Forschungsergebnissen (über GiNDok)
  • Metadaten der Datenbanken: Name und weitere Titel, URL, Verfügbarkeit, Inhalt, Fachgebiet, Schlagwörter, Erscheinungsform, Datenbank-Typ, Verlag
  • Metadaten zu Dokumenten: Verantwortlich/Verfasser*in, Erscheinungsdatum, Umfang, Serie, optionale Anmerkungen, ISBN, Schlagwörter, OPAC-Button (UB Frankfurt am Main), Verbund-Button (für deutschlandweite Nachweisinformationen des recherchierten Dokuments) subito-Button (für eine kostenpflichtige Bestellung)
  • Zugang zu germanistischen Online-Fachzeitschriften via EZB, Überblick über germanistische Print- und E-Zeitschriften via ZDB, Zugang zu Zeitschriftenverzeichnis Online Contents Germanistik (139 Zeitschriften, über 197.000 Aufsätze und Rezensionen), integrierte Metadatensuche in den portal-eigenen Ressourcenverzeichnissen GinFix und Wer-Was-Wo

Kreisdiagramm der auf GiN integrierten Datenbanken
Abb. 3: Germanistik im Netz integriert 224 unterschiedliche Datenbanken. In einer Auswahl der Datenbanken können Sie über die Metasuche relevante Sekundär- und Primärliteratur recherchieren

2. Anwendungsbeispiel

Sie möchten religiöse Motive und intertextuelle Zusammenhänge in ausgewählten Werken Clemens Brentanos untersuchen. Hierfür benötigen Sie einzelne Werke von Clemens Brentano (Die drei Nüsse, das Jägerlied, der Witzenspitzel und Die Schachtel mit der Friedenspuppe. Eine Erzählung) und relevante Fachpublikationen zu diesem Thema. Ihre Ergebnisse möchten Sie als Online-Publikation veröffentlichen.

3. Diskussion

3.1 Kann ich Germanistik im Netz für wissenschaftliche Arbeiten nutzen?

Ja, bei der Auswahl der hier verzeichneten Netzangebote wird besonders darauf geachtet, dass die Dokumente in der bereitstellenden Datenbank auf Qualität, Stabilität und Authentizität geprüft wurden. Die langfristige Verfügbarkeit des Datenmaterials und die inhaltliche wie formale Erschließung der Dokumente entspricht bibliothekarischen Maßstäben (vgl. Gantert 2012, 132). Die große Bandbreite an germanistischen Informationsressourcen, die sich über GiN konsultieren lassen, zielt auf eine möglichst umfassende Abbildung des gesamten Fachs Germanistik ab. Die Sammelschwerpunkte der integrierten Datenbanken sind folglich so facettenreich wie die Fachdisziplin selbst und eignen sich, um Primär- wie Sekundärliteratur zu recherchieren. Die Metadaten von Datenbanken und Dokumenten sind intern einheitlich, vollständig und kennzeichnen auch die Verfügbarkeit der Dokumente. Die Verfügbarkeit einzelner recherchierter Dokumente wird durch die IP-Erkennung des Rechners festgelegt und hängt dadurch sowohl von Ihrem Standort als auch vom Publikationstyp ab. Recherchierte Dokumente lassen sich über den „Merkliste”-Button in einem separaten Ordner speichern, als bibliographische Sammlung ausdrucken und/oder als E-Mail versenden.

3.2 Wie benutzerfreundlich ist die Arbeit mit Germanistik im Netz?

Der gut strukturierte wie übersichtliche Aufbau der Website führt Sie niederschwellig an die unterschiedlichen Angebote des Fachportals heran. Bereits die Startseite bietet eine erste Orientierung über abrufbare Serviceangebote (s. Abb. 4). Die parallele Metasuche in den unterschiedlichen Informationsressourcen (die Kernfunktion von GiN) ist ebenfalls ohne große Einarbeitungszeit möglich.

Metasuche und Hinweise zur Suche
Abb. 4: Die Metasuche über GiN (rechts) in einer Auswahl von Informationsressourcen

Die auf der Website zur Verfügung gestellten Hinweise für eine erfolgreiche Suche erleichtern die Recherche. Rückfragen und/oder Anmerkungen werden zügig beantwortet.
Zahlreiche universitäre Fächer verfügen über eine virtuelle Fachbibliothek, die bis 2015 von den entsprechenden Sondersammelgebieten betreut wurden. Germanistik im Netz ist mit dem Fokus auf Datenbanken aus dem deutschsprachigen Raum nicht mehrsprachig vorhanden.

4. Wie funktioniert die Textsuche über Germanistik im Netz?

GiN vereint unterschiedliche Informationsressourcen in einer Suchmaske. Nutzer*innen können dadurch gleichzeitig in zahlreichen Datenbanken recherchieren, was das → Bibliografieren vereinfacht und effizienter macht. Suchvorgänge starten Sie über die Metasuche, wobei Sie nach verschiedenen Suchkriterien recherchieren und eine Einschränkung auf einzelne Dokumenttypen (Bücher, Zeitschriften, Online-Publikationen, Aufsätze) vornehmen können. Ergänzend ist i. d. R. eine separate Suche in den einzelnen OPACs möglich. Vor allem für komplexe Suchanfragen empfiehlt es sich, die Suche direkt über die jeweilige Datenbank umzusetzen, da hier z. T. komplexere Suchanfragen möglich sind. Zu der durch den FID getroffenen Auswahl an Datenbanken zählen im Einzelnen acht Bibliothekskataloge, zwei eigene Internetquellen, fünf bibliographische Datenbanken, fünf Volltextdatenbanken, zwei Nationallizenzen, das Zentrale Verzeichnis digitalisierter Drucke (ZVDD), zwei Monographien, ein Kleinschrifttum und drei Periodika. Die Auswahl der Datenbanken zielt auf eine holistische Erfassung der qualitativ hochwertigen Sammelstellen mit literatur- und sprachwissenschaftlichen Sammelschwerpunkten. Eine Vorauswahl und Bewertung wird folglich durch die Betreiber vorgenommen.

Germanistik im Netz: Ansicht der integrierten Datenbanken
Abb. 5: In die Recherche via GiN integrierte Informationsressourcen

Als Suchoptionen stehen Ihnen die Metasuche und die erweiterte Metasuche (auch per Mobiltelefon möglich) zur Verfügung. Hierbei legen Sie entweder im Vorfeld fest, welche Datenbanken konsultiert werden sollen, oder beziehen bei Ihrer Suchanfrage sämtliche Informationsressourcen ein. Für die Recherche kann zwischen verschiedenen Suchoptionen gewählt werden, die sich mithilfe eines Booleschen Operators (und, oder, nicht) miteinander verknüpfen lassen (Freie Suche, Autor*in, Titelstichwort, Vollständiger Titel, Schlagwort, Institution, Verlag/Verlagsort, Erscheinungsjahr, ISBN/ISSN). Bei der Metasuche via GiN gilt es zu bedenken, dass nicht alle Suchoptionen in allen Informationsressourcen zur Verfügung stehen und keine Dublettenchecks stattfinden, sodass einzelne Titel aus verschiedenen Informationsressourcen mehrfach angezeigt werden können. Durch die simultane Recherche in mehreren Datenbanken wird die Suche nach relevanter Fachliteratur allerdings erheblich erleichtert und beschleunigt. Für den Bereich der Germanistik (Sprach- und Literaturwissenschaft) nehmen die seit Jahrzehnten stetig wachsenden Bestände der führenden laufenden Fachbibliographien Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft Online (BDSL Online oder den Namen ihrer Begründer entsprechend auch als Eppelsheimer-Köttelwelsch bekannt) und Bibliography of Linguistic Literature Database (BLLDB oder BLL für Bibliographie Linguistischer Literatur) eine Schlüsselposition ein. Die Datenbankangebote sind ab dem Berichtsjahrgang 1985 (BDSL) bzw. ab dem Jahrgang 1971 (BLLDB) für jede Universitätsbibliothek und über GiN (entweder im Rahmen einer Metasuche oder separat davon als Freie Suche via GiN unter dem Reiter Bibliotheken) elektronisch abrufbar. Für eine Recherche in länger zurückliegende Jahre (also vor 1971 bzw. 1985) müssen Sie auf die nach wie vor erscheinende Print-Version zurückgreifen. Gastnutzer*innen, die eine Suchanfrage direkt über die BDSL oder BLLDB starten, stehen die Berichtsjahrgänge bis 2007 zur Verfügung. Eine Exportfunktion von Texten aus der BDSL in gängige Literaturverwaltungsprogramme besteht derzeit nicht, hier soll allerdings im Jahr 2019 nachgebessert werden. Metadaten ausgewählter Werke (Verfasser*in, Titel, Verlag, Datum, Seitenzahl) lassen sich bei der Recherche in der BDSL und der BLLDB in einer Auswahlliste speichern, als automatisch generierte Bibliographie herunterladen und per E-Mail versenden. Über den „Find it”-Button können Sie Standorte herausfinden.

Das Angebot des Portals ist übrigens nicht auf die Recherche von Sekundärliteratur beschränkt. Das ebenfalls über eine individuelle Suchanfrage durchsuchbare Webverzeichnis Wer-Was-Wo beinhaltet Webpublikationen zu Lehr- und Forschungseinrichtungen, Fachorganisationen und Forschungsprojekten. GinFix ist der zweite Webkatalog von GiN und verzeichnet Ressourcentypen wie Netzpublikationen, Informationsanbieter, literarische Zeitschriften und Blogs, Bibliographien, Forschungseinträge, multimediale Angebote, Nachschlagewerke, Werke, Autor*innen, Newsletter, Mailinglisten, Foren, Wikis und wissenschaftliche Blogs. GinDok ist der Dokumentenserver des FID Germanistik und ermöglicht die digitale Publikation von Forschungsergebnissen v. a. aus den Bereichen Mediävistik, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und germanistische Linguistik.

5. Nachweise und weiterführende Literatur

  • Gantert, Klaus (2012): Erfolgreich recherchieren - Germanistik. Berlin: de Gruyter.
  • Goethe Universität Frankfurt am Main: Fachinformationsdienst Germanistik: Projektbeschreibung. https://www.ub.uni-frankfurt.de/projekte/fid-germanistik.html [Zugriff: 15. April 2019].
  • Göttker, Susanne (2016): Literaturversorgung in Deutschland: Von den Sondersammelgebieten zu den Fachinformationsdiensten: eine Analyse. Wiesbaden: Dinges & Frick.