Über forTEXT

In forTEXT erarbeiten wir einsteigerfreundlich aufbereitete Methodenbeschreibungen, Textsammlungen und Tools – von der Digitalisierung über die digitale Annotation zur digital unterstützten Interpretation und Visualisierung von Literatur. Außerdem stellen wir Materialien zum Selbstlernen und zum Lehren der digitalen Textanalysemethoden an Uni und Schule bereit.

forTEXT-Team, © UHH, RRZ/MCC, Mentz
Das forTEXT-Team (v.l.n.r.): Jan Horstmann (Koord.), Anna Hofmann (SHK), Marie Flüh (WiMi), Janina Jacke (WiMi), Jan Christoph Meister (Leit.), Rowena Tscholl (SHK), Sandra Bläß (SHK), Mareike Schumacher (WiMi), Christian Bruck (WiMi) und Marco Petris (WiMi)

Im Zentrum stehen hierbei die beiden wichtigsten Aktivitäten der hermeneutischen Texterschließung: Textannotation und Textanalyse. forTEXT – das vorerst anhand der Belange von Literaturwissenschaftler*innen entwickelt wird – will damit vor allen Dingen traditioneller arbeitenden Geisteswissenschaftler*innen einen direkten, niedrigschwelligen und funktionalen Zugang zu digitalen Methoden eröffnen.

Zahlreiche computergestützte Methoden können heute im Prinzip Geisteswissenschaftler*innen in ihrer Arbeit als Textinterpret*innen unterstützen. Ihre konkrete Anwendung in wissenschaftlichen Projekten ist allerdings oft problematisch:

  1. Die Nutzung avancierter Methoden erfordert oft erhebliches technisches Vorwissen. Für Geisteswissenschaftler*innen sind sie daher mit einem (zu) großen Arbeitsaufwand zur Einarbeitung verbunden.
  2. Die kombinierte Anwendung unterschiedlicher Methoden verspricht oftmals den größten Erfolg. Aber: viele dieser Methoden lassen sich bisher nur durch den Einsatz verschiedener Werkzeuge oder im Rahmen verschiedener Forschungsumgebungen nutzen. Dadurch wird nicht nur der Arbeitsaufwand für die Einarbeitung noch höher – es gibt darüber hinaus auch technische Kompatibilitätsprobleme, die die Weiterverarbeitung von Forschungsergebnissen erschweren oder gar unmöglich machen.
  3. Das womöglich größte Problem: Computergestützte Methoden sind bisher oft nur oberflächlich auf die Bedürfnisse und Paradigmen geisteswissenschaftlicher Arbeit abgestimmt. Dadurch entsteht bei Geisteswissenschaftler*innen leicht der Eindruck, dass der Einsatz von computergestützten Arbeitsmethoden notwendigerweise einen konzeptionellen Paradigmenwechsel erzwingt, der das Selbstverständnis z. B. der Literaturwissenschaft als hermeneutische Wissenschaft in Frage stellt.

Im Projekt forTEXT wird vor diesem Hintergrund bis 2020 eine digitale Forschungsumgebung aufgebaut und anschließend verstetigt, die diese Schwierigkeiten bei der produktiven Aneignung digitaler Verfahren ausräumt. Als digitale Forschungsumgebung für Geisteswissenschaftler*innen wird forTEXT:

  • für Geisteswissenschaftler*innen ohne technische Vorkenntnisse nutzbar sein,
  • eine ganze Suite von Tools und digitalen Methoden zur Texterschließung zur Verfügung stellen, die direkt miteinander kombinierbar sind, und
  • ein besonderes Gewicht auf die projektbezogene Beratung und den Austausch mit der wissenschaftlichen Fachgemeinschaft legen.

Während des gesamten Entwicklungs- und Aufbauprozesses der digitalen Forschungsumgebung analysiert das forTEXT-Team deshalb die Bedarfe geisteswissenschaftlicher Forschungsprojekte, um das Angebot möglichst genau auf die Erfordernisse abzustimmen, denen Geisteswissenschaftler*innen im Rahmen ihrer Arbeit begegnen.

Im Fokus stehen dabei:

  • die von Geisteswissenschaftler*innen gewünschten computergestützten Funktionalitäten,
  • die charakteristischen textwissenschaftlichen Arbeitsabläufe sowie
  • die benötigten Beratungsangebote hinsichtlich der Möglichkeiten und des Mehrwerts digitaler Methoden in konkreten geisteswissenschaftlichen Forschungskontexten.

Weitere Informationen über forTEXT werden im Projektverlauf unter den einzelnen Rubriken dieser Website ergänzt und können auch direkt beim forTEXT-Team erfragt werden: info@fortext.net.

Das forTEXT-Team

Jan Christoph Meister
(Projektleitung)

Jan Christoph Meister, Uni Hamburg, forTEXT, © UHH, RRZ/MCC, Mentz

Jan Christoph Meister ist seit 2006 Professor für Digital Humanities mit einem Schwerpunkt in Neuerer deutscher Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg. Davor hatte er u.a. Professuren an der LMU München und der University of the Witwatersrand, Johannesburg/Südafrika inne. Im Bereich der Digital Humanities forscht und lehrt er seit 1994 und war hier auch in der Verbandsarbeit auf internationaler und nationaler Ebene tätig. Sein zweites Forschungsfeld ist das der Narratologie.

Jan Horstmann
(Projektkoordination)

Jan Horstmann, Uni Hamburg, forTEXT, © UHH, RRZ/MCC, Mentz

Jan hat an der Universität Hamburg im Fach Germanistik über “Theaternarratologie”  promoviert (erschienen 2018 in der Narratologia-Reihe bei de Gruyter) und arbeitet seit 2016 im Bereich Digital Humanities. Nach einem Projekt zu digitaler Erforschung von Entsagung und Ironie bei Goethe koordiniert er seit Mai 2017 forTEXT. Studiert hat Jan Germanistik und Geschichte (B.A.) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Deutschsprachige Literaturen (M.A.) an der Universität Hamburg. In der digitalen Literaturwissenschaft ist ihm besonders das Erkenntnispotential digitaler Methoden in Bezug auf literaturwissenschaftliche Fragestellungen wichtig.

Christian Bruck
(wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Christian Bruck, Uni Hamburg, forTEXT, © UHH, RRZ/MCC, Mentz

Christian hat in Freiburg Kulturwissenschaft und Geschichte (B.A.) studiert und sich in seiner Abschlussarbeit mit den Themenfeldern Erinnerungskultur und Geschichte Südosteuropas befasst. In Bamberg absolvierte er das Masterstudium „Computing in the Humanities“ und entwickelte eine Android-App für personalisierte Empfehlungen von Kulturveranstaltungen. Seit 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei forTEXT. Sein Aufgabengebiet umfasst die konzeptionelle Neugestaltung des CATMA-Interfaces und dessen Entwicklung. Wichtig ist ihm dabei die tatsächlichen Arbeitsprozesse der digitalen Literaturwissenschaft herauszuarbeiten und sie bei der Entwicklung neuer grafischer Oberflächen zu berücksichtigen.

Marie Flüh
(wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Marie Flüh, Uni Hamburg, forTEXT, © UHH, RRZ/MCC, Mentz

Marie beendete im Sommer 2018 ihr Studium an der Universität Hamburg mit dem Master of Education und arbeitet seitdem als wissenschaftliche Mitarbeiterin in forTEXT. Sie studierte Deutsch und Geographie mit dem Profil Lehramt an Gymnasien in Kiel und Hamburg. Ihre Masterarbeit schrieb sie über die „Regulative Kraft der Literaturkritik: Die Darstellung Christoph Martin Wielands in dem Rezensionsorgan «Die Allgemeine Literaturzeitung«“. In Bezug auf die digitale Literaturwissenschaft ist ihr besonders wichtig, den Zugang zu digitalen Methoden der Literaturanalyse und –interpretation so einsteigerfreundlich wie möglich zu gestalten und eine Zusammenarbeit zwischen Literaturwissenschaft und Fachdidaktik weiterzubringen.

Janina Jacke
(wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Janina Jacke, Universität Hamburg, forTEXT, © UHH, RRZ/MCC, MentzJanina arbeitet seit 2013 in Forschungsprojekten im Bereich der Digital Humanities. Vor forTEXT war sie im heureCLÉA-Projekt beschäftigt – einem kollaborativen Annotationsprojekt, das der Automatisierung erzähltheoretischer Zeitanalysen gewidmet war. Promoviert hat Janina zum Thema “Unzuverlässiges Erzählen” an der Universität Hamburg, wo sie zuvor Germanistik, Philosophie und Erziehungswissenschaft studiert hat. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Narratologie, Literatur- und Interpretationstheorie sowie literaturwissenschaftliche Methodologie. In forTEXT ist für sie besonders wichtig, digital unterstütztes Arbeiten an literarischen Texten theoretisch und methodisch literaturwissenschaftlich zu fundieren.

Marco Petris
(wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Marco Petris, Uni Hamburg, forTEXT, © UHH, RRZ/MCC, Mentz

Marco hat 2007 sein Informatik-Diplom an der HAW Hamburg erworben. Über das Studium der Linguistik und der Literaturwissenschaft begann er ab 2008 nach mehr als zehn Jahren Softwareentwicklung in Industrie und Handel, im Bereich Digital Humanities zu arbeiten. Marco ist seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Hamburg und beschäftigt sich dort mit der Konzeption und Implementation von digitalen Methoden für die Geisteswissenschaften. Bei forTEXT ist er hauptsächlich für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Annotations- und Analysesoftware CATMA zuständig.

Mareike Schumacher
(wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Mareike Schumacher, Uni Hamburg, forTEXT, © UHH, RRZ/MCC, MentzMareike promoviert im Bereich neuere deutsche Literatur und Digital Humanities an der Universität Hamburg. Vor und während ihres Studiums arbeitete sie als Buchhändlerin, seit 2013 war sie in den Digital-Humanities-Projekten DARIAH-DE und efoto beschäftigt und seit Juli 2018 ist sie im Projekt forTEXT für die digitale Dissemination zuständig. Mareike hat Kulturwissenschaften (B.A.) an der Leuphana Universität Lüneburg und deutschsprachige Literaturen (M.A.) in Hamburg studiert und nutzt nun am liebsten Distant-Reading-Methoden. Für forTEXT ist ihr besonders wichtig, auch abstrakte Routinen anschaulich aufzubereiten und stets das literarische Beispiel in den Mittelpunkt zu rücken.